Gütezeichen Kanalbau DVGW RSV rbv

BERSTLINING

Berstlining ist ein Verfahren, mit dem schadhafte Kanäle und Druckleitungen für Trink-, Brauch- und Abwasser sowie für Gas in den Nennweiten ab DN 80 bis DN 1000 saniert werden können.


Durch Berstkörper wird dabei die Altleitung zerstört und gleichzeitig ein neues Linerrohr eingezogen. Der Altrohr-Querschnitt kann beibehalten und bei günstigen Randbedingungen auch vergrößert werden.
Die zu sanierenden Leitungsabschnitte werden nach Freischaltung und Reinigung kalibriert und mit einer TV-Kamera befahren. Dabei können Einzelschäden festgestellt werden, die den Sanierungsvorgang nachteilig beeinträchtigen würden, z. B. starke Infiltrationen. Sie sind deshalb vorher auf geeignete Art und Weise zu beseitigen.
Berstlining eignet sich für Altrohre aus Steinzeug, Beton, Stahl, Guss, PE, PVC, GFK sowie Faser- bzw. Asbestzement. Bei der Entscheidung, ob man mit statischem oder dynamischem Bersten arbeitet, sind das Material der vorhandenen Leitung, die Bodenverhältnisse und die umgebende Bebauung zu berücksichtigen. Der maximale Liner-Durchmesser hängt ebenfalls vom Material der Altleitung, von der Bodenqualität sowie den erforderlichen Sanierungslängen ab. Dies ist im Einzelfall zu bewerten.
Das Linerrohr kann als Kurz- oder Langrohr aus PE, PP, PVC, GFK, Steinzeug, Beton, Stahl oder duktilem Gusseisen eingebaut werden. Die Verbindungen sollten zugfest sein. Alternativ kann auch eine hydraulische Verspannung während des Einbaus genutzt werden.

Für die Montage sind, je nach Größe der Berstmaschine, im Kanalbereich folgende Varianten möglich: Schacht-Schacht, Baugrube-Schacht und Baugrube-Baugrube. Während des Einbaus muss man darauf achten, dass die maximal zulässigen Zugkräfte des Linermaterials nicht überschritten werden. Dazu sind die Berstlining-Geräte mit entsprechender Zugkraftbegrenzung auszustatten.
Die Einbindung von Hausanschlüssen erfolgt in offener Bauweise. Verbindungen zum Altrohrbestand werden mit handelsüblichen Formstücken hergestellt. Als Nachweis einer qualitätsgerechten Ausführung beim Berstlining dienen eine Dichtigkeits- bzw. Druckprüfung sowie eine TV-Abnahmebefahrung.

Bild oben links: Bersten einer Trinkwasserleitung aus Stahl
Bild unten links: 40 t-Berstlining-Anlage für statisches Bersten
Bild unten rechts: Berstkopf im Altrohr

EINSATZBEREICHE:
Schadensart: Undichtigkeiten, Korrosion, mechanischer Verschleiß, Risse, Rohrbrüche
Sanierungsquerschnitt: vorrangig Kreisprofil
Nennweiten: DN 80 bis DN 1000
Linermaterial: HDPE
Druckstufen: PN1-PN16 Druck-und Kanalrohr
Arbeitsabschnitte: bis 200 m
VORARBEITEN:
Außerbetriebsetzung: erforderlich
Prüfungen: Optische Inneninspektion
Erdarbeiten: Einzieh-, Winden- und Anschlussbaugruben
ABSCHLUSSARBEITEN:
Prüfungen: Optische Inspektion, Dichtheits- bzw. Druckprüfung, Verformungsmessung Liner
Bemerkungen: gleicher Innendurchmesser wie Altrohr, bei günstigen Randbedingungen Vergrößerung des Querschnittes mögliches