Gütezeichen Kanalbau DVGW RSV rbv

ZEMENTMÖRTEL-
AUSKLEIDUNG

Die Zementmörtelauskleidung ist eines der ältesten Sanierungsverfahren zur Rehabilitation von Druckleitungen aus Stahl oder Guss.

Zementmörtelauskleidung mit Glättung


Die Zementmörtelauskleidung dient vor allem dem langfristigen Korrosionsschutz, der Vermeidung von Inkrustationen sowie der Verbesserung der hydraulischen Leistungsfähigkeit der Rohre. Statische oder Dichtigkeitsmängel können damit nicht beseitigt werden. Die möglichen Nennweiten der Zementmörtelauskleidung beginnen ab DN 80 und enden jenseits von DN 2000, wobei RSC als Eigenleistung Durchmesser bis 400 mm anbietet. Die Festlegung der Sanierungsabschnitte ist abhängig von der Nennweite und dem Verlauf der Altleitung sowie von eingebauten Armaturen und Formstücken. Falls erforderlich, können die betroffenen Abnehmer während der Sanierungsarbeiten durch eine Interimsleitung versorgt werden. Diese bedarf vor ihrer Inbetriebnahme einer hygienischen Freigabe. In den Baugruben wird die Leitung getrennt, entleert und anschließend mechanisch oder hydromechanisch gereinigt. Dabei ist auch festzustellen, ob es Querschnittseinengungen gibt, die in offener Bauweise zu beseitigen sind. Anschließend wird die Leitung durch einen luftbetriebenen Schleudermotor mit Zementmörtel beschichtet. Den Motor für die Zementmörtelauskleidung zieht man mit einer Winde durch die Rohrleitung, wobei die Mörtel-Schichtdicke über die Geschwindigkeit der Winde gesteuert wird. In der Regel beträgt sie 4 – 6 mm. Sofern Hausanschlüsse nicht ausgewechselt werden sollen, sind diese unmittelbar nach der Auskleidung der Hauptleitung mittels Vakuum abzusaugen oder mit Druckluft freizublasen. Zur Qualitätskontrolle kann nach der Aushärtung der Zementmörtelschicht eine TV–Befahrung durchgeführt werden. Nachdem die Sanierungsabschnitte in den Baugruben wieder miteinander verbunden sind, wird die Leitung mit der neuen Zementmörtelauskleidung befüllt, hygienisch beprobt und nach Freigabe in Betrieb genommen.


Schleudermotor beim Start


EINSATZBEREICHE:
Schadensart: Korrosion, Hydraulik durch Ablagerungen beeinträchtigt
Sanierungsquerschnitt: Kreisprofil
Nennweiten: DN 80 bis DN 400
Beschichtungsmaterial: Spezial Zementmörtel
Druckstufen: PN1-PN25
Arbeitsabschnitte: bis 400 m (nennweitenabhängig)
VORARBEITEN:
Außerbetriebsetzung: erforderlich
Prüfungen: Optische Inneninspektion; Kalibrierung
Erdarbeiten: Winden- und Einziehbaugruben,
evtl. auch Anschlussbaugruben
ABSCHLUSSARBEITEN:
Prüfungen: Druckprüfung
Bemerkungen: Querschnittsreduzierung relativ klein,
dafür Hydraulik verbessert | DVGW 343